Ein falscher Satz belastet beide Seiten
Mehrwertsteuersätze und die Wahl des richtigen Satzes
Der Mehrwertsteuersatz richtet sich nicht nach dem Produktnamen, sondern nach der Position im Tarif. Wir erklären, wie der Satz bestimmt wird, welche Produktgruppen am häufigsten fehlerhaft sind und wie falsche Sätze korrigiert werden.

Bei der Rechnungsstellung wird der Mehrwertsteuersatz oft unüberlegt gewählt: „Wir berechnen meistens 19 %.“
Dabei hängt der Steuersatz vom Produkt oder der Dienstleistung selbst ab und fällt bei einigen Gruppen anders aus als erwartet. Eine falsche Wahl bringt sowohl Sie als auch Ihre Kunden in Schwierigkeiten.
Wie wird der Steuersatz bestimmt?
In der Türkei gibt es eine dreistufige Struktur: den Regelsatz und zwei ermäßigte Sätze. Welches Produkt oder welche Dienstleistung welchem Satz unterliegt, ist in den Listen zum Umsatzsteuergesetz definiert.
Der kritische Punkt ist folgender: Der Steuersatz wird nicht nach dem Handelsnamen des Produkts bestimmt, sondern danach, wie es in der Liste definiert ist. Zwei Produkte, die in derselben Kategorie zu liegen scheinen, können unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen.
Die Listen können durch Präsidialdekrete geändert werden. Daher kann der Ansatz „Wir verwenden immer denselben Satz“ nach einem Dekret stillschweigend fehlerhaft werden.
Die häufigsten Stolpersteine
Lebensmittel. Die Unterscheidung zwischen Grundnahrungsmitteln und verarbeiteten Produkten, Fertigpackungen sowie dem Verkaufsort (Verzehr vor Ort oder zum Mitnehmen) kann den Steuersatz verändern.
Dienstleistung + Material kombiniert. Wenn ein Auftrag sowohl Material als auch Arbeitsleistung umfasst, beeinflusst die Frage, ob dies als einzelner Vorgang oder als separate Positionen abgerechnet wird, den Steuersatz.
Transport- und Montagekosten. Transport- und Installationskosten, die in den Preis der verkauften Ware einfließen, unterliegen in der Regel dem Steuersatz der Hauptware; bei separater Rechnungsstellung kann sich dies ändern.
Kursdifferenzen, Verzugszinsen und Aktionsrabatte. Da diese an den Hauptvorgang geknüpft sind, folgen sie dem Steuersatz des Hauptvorgangs. Wir haben dieses Thema im Artikel über Kursdifferenzrechnungen behandelt.
Die Folgen eines falschen Steuersatzes
Wenn Sie einen zu niedrigen Steuersatz verwendet haben: Es drohen Steuerbescheide für zu niedrig deklarierte Mehrwertsteuer, Verzugszinsen und Strafen. Die Differenz wird von Ihnen eingefordert; eine rückwirkende Einholung beim Kunden ist meist nicht möglich.
Wenn Sie einen zu hohen Steuersatz verwendet haben: Sie haben zu viel vom Kunden eingezogen. Wenn der Kunde diese Mehrwertsteuer geltend macht, kann der Abzug des überschüssigen Teils verweigert werden und die Gegenpartei kommt auf Sie zu.
Beide Richtungen sind also problematisch. Eine Korrektur erfolgt bei Einhaltung der Fristen durch Stornierung der Rechnung oder andernfalls durch eine Gutschrift bzw. Rückrechnung. Wir haben beides in den Artikeln zu Stornierung und Einspruch sowie Gutschriften erläutert.
Fehler an der Wurzel packen
Die Lösung besteht darin, den Steuersatz nicht erst im Moment der Rechnungsstellung ermitteln zu müssen. Hinterlegen Sie den Steuersatz in der Produktkarte; wenn bei der Rechnungsstellung das Produkt ausgewählt wird, wird der Satz automatisch übernommen.
Das beschleunigt den Prozess und verhindert, dass verschiedene Personen in Ihrem Team unterschiedliche Steuersätze verwenden. Wenn sich ein Steuersatz per Dekret ändert, aktualisieren Sie ihn an zentraler Stelle.
In Qolay.App wird der Steuersatz aus der Produktkarte in die Verkaufs- und Einkaufsbelege übernommen; auch Ihr Mehrwertsteuerbericht setzt sich aus diesen Datensätzen zusammen. Wir haben diesen Ablauf im Artikel zur Mehrwertsteuerverfolgung beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Woher erfahre ich den Steuersatz für mein Produkt?
Konsultieren Sie für eine verbindliche Antwort Ihren Steuerberater. Bei unklaren Produkten besteht zudem die Möglichkeit, eine verbindliche Auskunft bei der Steuerbehörde einzuholen.
Werden alte Rechnungen beeinflusst, wenn sich der Steuersatz ändert?
Nein. Jeder Beleg unterliegt dem Steuersatz, der zum Zeitpunkt seiner Ausstellung gültig war. Deshalb bleibt bei einer Gutschrift der ursprüngliche Steuersatz erhalten.
Wie wirkt sich ein Rabatt auf die Mehrwertsteuer aus?
Ein auf der Rechnung ausgewiesener Rabatt mindert die Bemessungsgrundlage, wodurch auch die Mehrwertsteuer sinkt. Nachträglich gewährte Rabatte erfordern einen separaten Beleg.
Sind Steuerbefreiung und ein Nullsteuersatz dasselbe?
Nein. Bei einer Befreiung wird keine Mehrwertsteuer berechnet und der Grund wird auf dem Beleg angegeben. Es ist wichtig, diese Unterscheidung auf der Rechnung korrekt darzustellen.
Der Mehrwertsteuersatz ist ein Thema, über das Sie nach einer einmal korrekten Einrichtung nie wieder nachdenken müssen. Ist er jedoch falsch eingerichtet, holt er Sie jeden Monat ein.
Erstellen Sie ein kostenloses Konto auf Qolay.App und definieren Sie Ihre Produktkarten mitsamt den entsprechenden Steuersätzen.
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